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Sauberes Wasser für Menschen in Haiti

(Source: Solar Valley /SC Sustainable Concept, 2016-01-21)

SC Sustainable Concept spendet solarbetriebene Trinkwasser-Aufbereitungsanlage
Haiti ist das ärmste Land der westlichen Welt: Rund 80 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut, mehr als 40 Prozent der Haitianer sind arbeitslos. Die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser ist katastrophal. Knapp die Hälfte der Haitianer hat keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser. Ein kleiner Teil bezieht das Trinkwasser aus so genannten „Gwo Machins“, schweren Wassertanklastwagen. Die Kosten für das saubere Wasser können sich die meisten Haitianer, die täglich von rund 70 Cent leben müssen, nicht leisten: Ein Kanister mit 16 Litern kostet 60 Gourdes, rund 95 Cent. Deshalb müssen viele Haitianer ihr Wasser aus Bächen und Flüssen holen. Ein Gesundheitsrisiko, weil das Wasser oft belastet oder verseucht ist. Verseuchtes Wasser hat auch 2010 zum Ausbruch der Cholera in Haiti geführt, die bis heute fast 10.000 Todesopfer forderte. Um die Situation für die Menschen in Haiti zu verbessern, hat Hubert Aulich, Vorstand SC Sustainable Concepts, dem Kinderhilfswerk nph deutschland für das Kinderdorf in Haiti eine solarbetriebene Trinkwasser-Aufbereitungsanlage gespendet. Die Anlage soll die Versorgung der Kinderdorf-Kinder mit sauberem Trinkwasser gewährleisten. Darüber hinaus wird das Trinkwasser zu einem geringen Preis auch an Menschen außerhalb des Kinderdorfs abgegeben. „Innovative Technologien wie die solare Trinkwasser-Aufbereitung sind für Länder wie Haiti ein Segen. Denn dadurch können wir noch viel mehr Menschen als bislang sauberes und gesundes Wasser zur Verfügung stellen“, sagt Pater Richard Frechette, Leiter der Einrichtungen von nuestros pequeños hermanos (nph) in Haiti. 

 

Dezentrale Wasserversorgung als Lösungsansatz für Entwicklungsländer wie Haiti
Laut Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben täglich mehr als 1.000 Kinder unter fünf Jahren durch den Genuss von verunreinigtem Wasser. Besonders die Bewohner von abgelegenen und ländlichen Gebieten haben kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser. Eine innovative Lösung hat die Kassler Autarcon entwickelt. Ihre Sun Meets Water-Anlage (SuMeWa) ist ein komplett solarversorgtes System zur dezentralen Trinkwasser-Aufbereitung. Das System passt sich automatisch den schwankenden Rohwasserqualitäten an und entkeimt das Wasser nachhaltig, ohne den Zusatz von Chemikalien. Die Entkeimung gelingt durch anodische Oxidation. Das notwendige Desinfektionsmittel wird bei diesem elektrolytischen Prozess aus den im Wasser enthaltenen Mineralien hergestellt. Eine einfache und umweltfreundliche Methode zur Gewinnung von sauberem Trinkwasser. 

 

„Wir können die Lebensbedingungen für viele Millionen Menschen verbessern“
In Sachen Solarenergie und Wasser ist Hubert Aulich ein Visionär. „Wir sind davon überzeugt, dass, wenn wir den Fokus auf Solarenergie und sauberes Wasser richten, wir die Lebensbedingungen für viele Millionen Menschen weltweit verbessern können. Für uns ist das eine starke Motivation, um unsere Technologien kontinuierlich zu verbessern und sie für möglichst viele Menschen erschwinglich zu machen“, sagt Aulich. Seine Firma, die SC Sustainable Concepts, verbindet eine enge Partnerschaft mit Autarcon. Ein gemeinsames Ziel beider Unternehmen ist es, Menschen in Entwicklungsländern wie Haiti zu sauberem und gesundem Wasser zu verhelfen, mit modernster Technologie. Den Kontakt zu nph fanden SC Sustainable Concepts und Autarcon über die Paderborner Biohaus-Stiftung, die im Solarbereich ein wichtiger Partner von nph deutschland ist und das Kinderhilfswerks in Haiti beim Aufbau eines Solar Smart Grids maßgeblich unterstützt hat. Derzeit unterrichtet Hans-Joachim Olfs, ein deutscher Solarexperte, die Berufsschüler von nph haiti. Auch diese Entwicklungshelferstelle wird von der Biohaus-Stiftung unterstützt.

 

Wasser ist ein Menschenrecht
Die solare Trinkwasser-Aufbereitungsanlage befindet sich auf dem Gelände des Kinderhilfswerks nph haiti in Tabarre, einem Vorort der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Derzeit profitieren nur die Kinder, die im Kinderdorf der Organisation leben, von der Anlage, weil sie erst kürzlich in Betrieb genommen wurde. In Kürze soll aber ein Wasserkiosk eingerichtet werden. Dort können Haitianer dann sauberes Wasser für wenig Geld bekommen – eine immense Verbesserung der Lebensbedingungen für viele Familien und ein Garant für mehr Gesundheit. Mit den Erträgen aus dem Verkauf des Wassers, sollen die Mitarbeiter bezahlt werden, die für die Wasserverteilung bei der Trinkwasser-Aufbereitungsanlage zuständig sind.
nph: seit mehr als 60 Jahren nachhaltige Hilfe
nuestros pequeños hermanos (nph) ist ein internationales Kinderhilfswerk, das sich seit mehr als 60 Jahren in Lateinamerika um schutzbedürftige Kinder kümmert. An die Kinderdörfer sind Schulen, Ausbildungswerkstätten, medizinische und therapeutischen Einrichtungen und eine Landwirtschaft angeschlossen. Die Einrichtungen stehen auch den Nachbarn offen. Zurzeit leben 3.400 Mädchen und Jungen in den Kinderdörfern. Die humanitäre Hilfe von nph erreicht rund 230.000 Not leidende Menschen. Unterstützt werden können die Kinder in Lateinamerika bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, IBAN DE06 6602 0500 0000 0120 00.



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