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Energie-Experten fehlen weltweit

(Quelle: Welt online, 06.06.2011)

Mehr Master-Studiengänge für Erneuerbare Energien fordert Professor Klaus Vajen, Leiter des Fachgebietes Solar- und Anlagentechnik der Uni Kassel

Akademiker sind in der Branche der erneuerbaren Energien sehr gefragt, doch es kommt nicht genug Nachwuchs von den Hochschulen, sagt Professor Klaus Vajen. Mit ihm sprach Christina Petrick-Löhr.

Welt: Wie viele Studiengänge gibt es derzeit in Deutschland, die speziell auf eine Laufbahn im Bereich der Erneuerbaren Energien zugeschnitten sind?

Klaus Vajen: Es gibt rund zehn Bachelorstudiengänge, die sich ausschließlich mit Erneuerbaren Energien beschäftigen und leider nur ganz wenige Masterstudiengänge. Anders sieht es aus mit Studiengängen in den Bereichen Maschinenbau, Bauingenieurwesen oder Elektrotechnik, bei denen in vielen Fällen Vertiefungsmöglichkeiten in Richtung der Erneuerbaren Energien angeboten werden. Was wirklich fehlt, sind Masterstudiengänge an den Universitäten

Welt: Woran liegt das?

Klaus Vajen: Es ist verhältnismäßig einfach, an Fachhochschulen einen entsprechenden Bachelorstudiengang einzurichten. Wenn bereits eine Lehr-Infrastuktur für Ingenieurstudiengänge vorhanden ist, braucht man vielleicht zwei oder drei zusätzliche Professuren mit entsprechender Fachkompetenz. An den Universitäten dagegen benötigt man deutlich mehr neue Professorenstellen, um einen neuen Studiengang einzurichten. Das ist angesichts der finanziellen Situation der Unis nur selten möglich.

Welt: Reicht die Zahl der Absolventen aus?

Klaus Vajen: Ganz genau kennt man die Absolventenzahl von Studiengängen im Bereich Erneuerbare Energien nicht. Es ist aber klar, dass in Deutschland etwa 3000 technisch spezialisierte Absolventen jährlich benötigt werden und dass die Zahl jener, die einen entsprechenden Studiengang abschließen, deutlich darunter liegt. Die Aussichten der Absolventen sind glänzend, zumal die Akademikerquote von rund 40 Prozent in der Branche sehr hoch ist.

Welt: Wie ist das Interesse der Studenten?

Klaus Vajen: Sehr hoch - mitunter kommen zehn Bewerber auf einen Studienplatz und die Studenten sind hoch motiviert, wohl auch, weil sie von der Wichtigkeit ihres Faches überzeugt sind.

Welt: Bekommen die Hochschulen Hilfe aus der Wirtschaft?

Klaus Vajen: Die Branche der Erneuerbaren Energien ist überwiegend mittelständisch ausgerichtet, da gehören Unternehmen mit wenigen Tausend Mitarbeitern schon zu den ganz Großen, außerdem ist das Fachgebiet noch jung. Insofern sind Kooperationen oder Stiftungslehrstühle dort bisher nur selten ein Thema. Eine Ausnahme ist die Q-Cells AG, die mit der Hochschule Anhalt (FH) in Köthen 2008 einen dualen Studiengang ins Leben gerufen hat...


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