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Warum sich Analytik Jena eine Solaranlage auf das Dach stellt

(Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung, 15.07.2011)

Der Labortechnik-Hersteller Analytik Jena AG erzeugt Strom. Das Unternehmen nimmt eine Solaranlage in Betrieb, um ein Drittel seines Energiebedarfes am Standort Jena selbst zu generieren. Der Vorstand sieht darin aber nur den ersten Schritt, umweltfreundlicher zu werden.
Jena. "Als Unternehmen, das auf Spitzentechnologien setzt, wollen wir auch bei der Nutzung von erneuerbaren Energien vorn mit dabei sein", sagte Vorstandschef Klaus Berka.

Ziel sei es gerade im Hinblick auf den Atomkraftausstieg, die Energiekosten zu optimieren. Bereits vor drei Jahren habe das Unternehmen erwogen, eine Solaranlage im Gewerbegebiet Göschwitz zu installieren. "Allerdings war damals unsere Dachfläche zu gering", sagt Vorstand Jens Adomat.

Vor anderthalb Jahren kaufte Analytik aber eine benachbarte Immobilie von der Jenoptik. Deren Dach bot nun genug Fläche für die 580 Solarmodule, die von Schott-Solar stammen.

"Die leistungsstarken polykristallinen Wafer werden in Jena hergestellt", berichtet Adomat. Regionale Erwägungen spielten bei der Auswahl eine Rolle, entscheidend war aber die höhere Effizienz. Die Solaranlage auf dem Dach und an der Fassade soll jährlich 125 000 Kilowattstunden Strom aus Sonnenlicht wandeln. Laut Berka dauert es sieben bis zehn Jahre, bis sich die Investition von 400 000 Euro amortisiert hat und das trotz der gesunkenen Einspeisevergütung, die noch 15 Cent pro Kilowattstunde beträgt.

Die gewonnene Energie speist Analytik Jena direkt ins eigene Stromnetz und wird sie mehrheitlich selbst verbrauchen. Berka hebt hervor, dass die Anlage dazu beiträgt, die Umweltbelastung um 75 Tonnen CO2-Emissionen zu reduzieren. "Eine beachtliche Größenordnung", sagt der Vorstandschef, der aber nicht nur selbst Energie erzeugen, sondern zudem den Energieverbrauch reduzieren will.

"Produkte müssen mobiler, kleiner und effizienter werden", erläutert Berka, will aber in die Betrachtung nicht nur den reinen Stromverbrauch einfließen lassen. Wenn mobile Geräte eine Analyse vor Ort erlauben, werde die Fahrt ins Labor gespart und so die Umweltbelastung gesenkt. Berka kündigte an, die Forschung in diesem Bereich auszubauen. Ein erster Ansatz ist das Mobilab, ein mobiles Labor. Mit Hilfe eines Schnelltests kann das Gerät unter anderem vor Ort den Ehec-Erreger nachweisen. Diese Innovation bescherte Analytik Jena große Aufmerksamkeit.

Das Unternehmen erwägt aber auch weitere Investitionen in Solarzellen, so für den Produktionsstandort im südthüringischen Eisfeld. Aufwand und Nutzen werden gerade geprüft. Die Investition lohne sich nämlich nur, sagt Berka, wenn nicht die komplette Dachkonstruktion umgebaut werden müsse.


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